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Veröffentlicht am 17.09.2015 von nemesis

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Die Schnitter

Hintern hoch

Die Schnitter – leider nicht mehr aktiv – doch ein wunderbares Beispiel, wieviel sich eigentlich im Folk-Sektor tut und schon lange getan hat – und man sollte sich als Folk-Fan unbedingt die Alben der Band zu Gemüte führen. Also an dieser Stelle ein kleiner Rückblick und Hinweis auf einen Underground-Klassiker.

Der Sound der deutschen, folkig angehauchten Band bringt in jenen Rock-Sektor frischen Wind. Ist man entweder fröhlich-irisch angehauchter Mucke oder metallischen Mittelaltersounds langsam überdrüssig, kann man sich mit den neuesten Songs der Schnitter an einer tollen Folk-Kombination mit viel Rock-Feeling ergötzen. Auch wenn durch erstere Elemente stets die Gefahr besteht, mit anderen Combos wie In Extremo und Konsorten voreilig in einer Topf geworfen zu werden, wie Sänger Ralf Kemper zugibt:

Schlaue Club-Besitzer

„Es passiert immer wieder, dass man vorschnell als Abklatsch bezeichnet wird.“ So geschieht es auch schon mal, dass ganze wiffe Club-Besitzer meinen, die hätten schon ein oder zwei Bands mit Violine in diesem Monat live ihrem Zappelschuppen gehabt. Das hindert Die Schnitter aber auch nicht daran, auf dem Live-Sektor gut unterwegs zu sein – was der Band auch aufgrund ihrer Einstellung schon sehr entgegen kommt.

„Wir haben einen hohen Anspruch an unsere Texte. Die Inhalte sind mitunter sehr kritisch. Das allerdings war auch der Grund, warum unsere erster Drummer die Band verlassen hat: Er wollte mehr Party-Texte haben, unsere Sache war ihm einen Tick zu ernst. Keine Frage, wir wollen auf der Bühne auch Spaß haben“, rückt Ralf die Sache ins richtige Licht.

Edutainment

Kritische Texte und Unterhaltung müssen sich ja nicht zwangsläufig ausschließen – landläufig wird das wohl Edutainment (education/entertainment) genannt. So hat die Band nicht nur inhaltliche Tritte in den hirntechnischen Allerwertesten parat, sondern auch den einen oder anderen Gag. Aber das schaut ihr euch selbst an, bevor ich zuviel verrate.

„Ich bin für die Texte und die traditionellen Musikstücke verantwortlich und die anderen kommen gut damit klar. Manchmal wünschen sich meine BandkollegInnen die Texte sogar noch aggressiver, doch erreichen wir mit der Balance, die wir haben, mehr Leute. Insofern umspiele ich manche Aussagen lieber ein wenig und verpacke sie.“

In der Musik sollt´s nicht um Geld gehen

Mehr Leute erreichen – wer Massenware verteufelt sollte zu diesem Stichpunkt aber noch was wissen, geht es Ralf und seiner Band doch nicht in erster Linie darum, Geld wie Bill ‚Erfindnixg´scheit´s’ Gates zu scheffeln, sondern den Leuten einen kleinen oder größeren Schubs zu geben.

Engagement gefragt

„Früher haben wir auf unseren Konzerten die Besucher auch auf Demos hingewiesen, die es wert wären, unterstützt zu werden. Doch wir haben irgendwann soviel Handzettel in die Hand gedrückt bekommen, dass es wirklich zu viel wurde. Ich sehe es aber auch an meinem Bekanntenkreis. Wenn ich jemanden frage, ob wir auf eine Demo gehen, sind die meisten zu lahm.“

Ralf lässt sich davon nicht beirren, denn seine Meinung, die Stimme des Volkes könne durchaus noch was bewegen, ist auch nicht falsch. Nur macht eben das Volk das werte Mäulchen nimmer sehr oft auf. „Der Song ‚Tand den Widerstand’ ist so etwas wie unser Motto. Es soll eigentlich bedeuten, dass es gar nicht so schwer ist, etwas zu tun, sich zu engagieren.“ Womit er definitiv Recht hat.

 

photocredit: https://www.facebook.com/DieSchnitter/photos

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