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Veröffentlicht am 03.03.2016 von nemesis

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Portrait Michael Kiske Teil 2

Supared – ein Nachschlag

Das bereits angerissene Gespräch und Portrait mit und über Michael Kiske sprengte dann doch den Rahmen einer Story und so gibt es hier den Nachschlag des überaus gehaltenvollen Gesprächs. Und es sollte sich noch weiter in tiefsinnige und auch Neugier weckende Themen drehen. Wer diesen ersten Teil gelesen hat, wird leicht den Einstieg finden, für alle anderen an dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung: Ausgehend von der Einstellung zur Kunst und der persönlichen Weiterentwicklung kamen Themen wie Glaube, Geisteswissenschaften, die Verknüpfung von Psychologie, Gesellschaft, Religion und Spirituellem auf den Tisch.

Was stellen sich denn bitte die meisten Menschen unter dem Wort ‚Urknall’ vor? Erst ist da nix, dann gibt´s ´nen Feuerbums und alles existiert auf einmal?

Vielleicht mag sich der eine oder andere Michaels Tip, mal Rudolf Steiners Bücher anzutesten, zu Herzen genommen haben. Im abschließenden Absatz landete Michael bei der Thematik um den Tod und die eigentlichen ‚Wiedergeburt’ – nicht in Form von ‚Hallo, da bin ich wieder’, sondern einem fließendem Übergang, der im Geistigen stattfindet. Und wie bereits im ersten Teil dieses Gesprächs angedeutet, wäre diese Überlegung eine Basis dafür, warum manch Verstorbener immer noch, den Gefühlen der Hinterbliebenen nach, hier ist.

Wie definiert sich Existenz?

Die Trennung von Geist und Materie ist die Zauberformel. „Das Seelisch-Geistige ist nicht nur ein Resultat aus dem Leiblichen – auch Psychologen müssen kapieren, dass der Mensch nicht nur aus Sichtbarem sondern auch aus nicht Sichtbarem besteht. Man sollte sich ab und an die Frage stellen: ‚Wieviel verstehe ich von der Welt?’. Die meisten tun Dinge, die sie nicht verstehen, als nicht existent ab. Alles, was nicht ins eigene Weltbild passt, wird weggeschoben. Im christlichen Glauben steht Lucifer für das Böse – doch übersetzt heisst Lucifer auch ‚Lichtbringer’, womit wir wieder bei der Thematik des Okkulten wären.

Die Trennung von Geist und Materie ist die Zauberformel

Es gibt eben guten und bösen Okkultismus. Außerdem sollte man wissen, womit man es zu tun hat. Wer sich für Spirituelles und Okkultismus interessiert, sollte sich nicht nur der einen Seite widmen, zum Beispiel nur der positiven. Die Gefahren oder negativen Aspekte darf man darüber nicht hinaus nicht vergessen. Geht man diesen Weg, um mehr im Leben zu verstehen und zu erfahren, muß man im Laufe der Zeit einfach den Punkt erkennen, wann man diesen Weg in eine Richtung weitergehen und sich für eine Seite entscheiden sollte.“

Wo es keine Grenzen gibt

Auf gut Deutsch: Man sollte den Absprung schaffen, bevor man sich aus Versehen oder Kurzsichtigkeit in eine Richtung begibt, die einem mehr schadet als nützt. „Die meisten sehen das Ende des eigenen Horizonts als Ende von allem. Im Alter von etwa 21 Jahren merkte ich, wie ausgehungert meine Logik war. Und ich habe gelernt, dass es keine Grenzen der Erkenntnis gibt.“ Und Michael kommt noch mal auf einige Inhalte der Bibel zu sprechen: „In der Bibel steht im Endeffekt der Urknall – nur als Anmerkung für alle, die dieses Wissen im Gegensatz zur Bibel sehen. Allerdings stehen dort auch nur vier Evangelien – von vierzig, die es sicher gibt.

Allerdings stehen dort auch nur vier Evangelien – von vierzig, die es sicher gibt.

In dieser Richtung wurde einiges frisiert, die Thematik der Reinkarnation ist rausgeflogen. Es heißt zum Beispiel an einer Stelle ‚bevor der Messias kommt, erscheint Elias wieder’ – ein klarer Hinweis auf Wiedergeburt. Und es ist auch die Rede davon, dass Johannes Elias ist. Der Urknall ist nur ein Begriff dafür, wie Gott das Universum ausatmet. Was stellen sich denn bitte die meisten Menschen unter dem Wort ‚Urknall’ vor?? Erst ist da nix, dann gibt´s ´nen Feuerbums alles existiert auf einmal, oder wie?! Viele wundern sich, was bei ‚Herr der Ringe’ abgeht: Elben, Zwerge etc. Früher haben die Menschen so etwas wirklich gesehen.

Die Frage des Sehen-Wollens

Doch diese Fähigkeit und Aufgeschlossenheit, der Wille, Dinge wirklich zu sehen, ist uns verloren gegangen. Zudem befinden wir uns im Wassermann-Zeitalter – von dem angekündigt wurde, dass den Menschen die Magie verloren gehen würde, sie schwerer zugänglich wird. Wissenschaft und Evolution gingen im Grunde immer Hand in Hand – so schrieb schon Platon vom Atom – lange, bevor es durch unsere Wissenschaft richtig entdeckt wurde. Selbst die Ägypter waren schon weiter, sahen die Dinge auch bildlicher. In den guten Zeiten der ägyptischen Kultur, die aus der atlantischen entstand, war es jedenfalls so. In allen Religionen findet man etwa auch die Sintflut – die nichts anderes als die Eiszeit darstellt. Den gern angeführten Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft gibt es im Endeffekt nicht.“

In allen Religionen findet man etwa auch die Sintflut – die nichts anderes als die Eiszeit darstellt

Der Idee Steiners

Doch auch in dieser Hinsicht kann man sich bei manchen Leutchen den Mund fusslig reden, denn sie wollen so etwas einfach nicht hören, erklären ihr eigenes Denken zum Dreh- und Angelpunkt von allem und meinen, die einzige Wahrheit zum Thema Logik parat zu haben. Womit wir wieder beim bereits erwähnten Ende des eigenen Horizonts wären. Michaels Tip, sich bei Interesse mal Rudolf Steiner zu widmen, ist aus zweierlei Sichten eine lehrreiche Sache.

„Steiner war in erster Linie und zu Beginn seiner Laufbahn Naturwissenschaftler – also, eine Richtung, gegen die selbst die kritischten Realisten nichts sagen können. Doch auch mehr bemerkte, dass diese Wissenschaft allein nicht ausreicht und wurde zu einer wichtigen Persönlichkeit der Geisteswissenschaften. Die Naturwissenschaft allein kann bei Weitem nicht alles erklären. Die Geisterwelt ist sehr komplex und nicht nur physisch zu verstehen. Früher konnte man Fabelwesen sehen – man könnte sie auch heute noch wahrnehmen. Andere Erscheinungsformen etc. Doch dazu müssen die entsprechenden Sinne und ‚Organe’ auch geschult werden.

Interessant ist hierbei auch, dass viele Wesen in allen Kulturen erscheinen, nur in anderer Gestalt, ein anderes Äußeres oder einen anderen Namen haben. Erzengelwesen etwa, wie sie in unserer Kultur verstanden werden, gab es im germanischen als Krieger. Die erste Stufe der erwähnten Schulung ist das elementare Hellsehen, die zweite das geistige Hellsehen.“

Für alle, die andere Stelle aussteigen:

Hellsehen nicht wie Schwarzsehen

Unter ‚Hellsehen’ sollte man vielleicht nicht die übliche Vorstellung verbinden, jemand säße mit einer Kristallkugel, Kopftuch und tausend Penny-Ketten um den Hals und die Hüften vor einem. Solche Bilder sind einfach ein Ausdruck dessen, wie manche Kulturen diese Thematik behandeln/ behandelten. Man sollte vielmehr die Bedeutung des Wortes verstehen: Hell-sehen. Und das bedeutet im Grunde, mehr zu sehen, genauer zu betrachten und nicht nur Materielles wahrzunehmen.

Rockmusik als richtiger Platz?

„Es hat allerdings auch einen Grund, warum so etwas verdrängt wird, es ist ein Weg zum Ich – der oberflächlichen, materiellen Form davon. Jesus, ob man ihn nun als Propheten, Sohn Gottes oder Prediger sehen will, sollte hier eine Richtungsänderung einleiten. Ob die Rockmusik dafür das richtige Gefäß ist, weiß ich nicht, Klassik wäre das meiner Meinung nach passender, doch dann müsste ich mit meinem Sound auch auf Klassik umsteigen. Und ich liebe Rockmusik eben nun mal. Man muss nicht immer alle Ideale erreichen.

Wahrheit und Wissenschaft ist ein philosophischer Ansatz. Herauszufinden, was man alles wissen kann, ist harte Arbeit. Ich bin allerdings auch ein Typ, der sich schnell unterfordert fühlt. Zu guten Antworten zu finden, ist ein langer Weg, bringt auch immer wieder neue Fragen mit sich. Ich bin durch diesen Wissenshunger zum Christentum gekommen. Es hat sich herausgestellt, dass sich dadurch sehr viel erklären lässt und es ohne die Ansätze und diverse Aussagen dieser Religion vieles nicht möglich ist. Bei den meisten Menschen spielt allerdings das eigene Ego eine zu große Rolle, um ein früheres Leben real zu sehen. Egoismus ist notwendig, doch vielen steht in der Entwicklung mehr im Weg, da er zu ausgeprägt ist.“

Nicht nur materielle Gesetzmäßigkeiten

Irgendwie scheint es auch manchmal, dass, je weniger intelligent ein Mensch in emotionaler Hinsicht ist, er auch umso egoistischer ist. Eigentlich auch logisch, wenn man die Theorie des berühmten Selbstschutzes heranzieht. „Einige kapieren auch nicht, dass man gewinnt, wenn man gibt. Ist das Herz voller Liebe und verschenkt man diese, ist das eigene Herz danach umso voller. Es ist eine Frage der Intelligenz des Herzens. Und Liebe kann der Kopf eben nicht entscheiden. Schon allein an diesem Beispiel sieht man, dass nicht immer nur materielle Gesetzmäßigkeiten gelten.“

photocredit: By Alexandre Cardoso [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

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