Interviews

Veröffentlicht am 13.12.2015 von nemesis

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Sleeping Gods

Sleeping Gods über das erste Album

Ein Rückblick zu einem kurzen Stell-Dich-Ein

Noch nicht sonderlich bekannt war diese Band, als sie bei AFM unter Vertrag genommen wurde und mit New Sensation eine komplexe, wenn auch recht düstere Platte veröffentlichte, die sich stilistisch nicht so ganz leicht einordnen ließ. Wo andere Labels ihre Bands doch gerne in einer ähnlichen Stilrichtung zu Hause wissen, läuft bei AFM alles quer Beet: Power Metal mit Edguy, `80er Metal mit Tarantula,…

Alles, nur keinen Mist

„Das ist wirklich einer der Vorteile bei AFM“, begann Sänger und Gitarrist Tim Siegbrecht. „Wir hatten keine Einschränkungen bezüglich unseres Sounds oder irgendwelche Erwartungshaltungen in dieser Richtung. Auf gut deutsch: Wir konnten musikalisch machen, was wir wollten. Außer totalen Mist natürlich.“ Das an sich ist zwar schon einmal ein großer Pluspunkt, weniger erfreulich ist aber die Unterstützung, die Sleeping Gods bislang durch die Presse hatten.

„Viele Interviews gab es nicht gerade. Selbst im Metal-Bereich wird hauptsächlich auf das geachtet, was derzeit in ist. In dieser Hinsicht fehlten uns auch einige Kontakte. AFM tun, was geht, aber zaubern kann eben niemand.“ Die meisten Bands haben dennoch eine recht klare Linie bei ihrem Material und nur wenige sind, abgesehen von der Stimmungstendenz, derart abwechslungsreich unterwegs.

Die manchmal schwerste Aufgabe eines Labels: Genre-Findung

„Wir besprechen nie vorher, was wir machen. Es spielt einfach jeder drauflos. Dazu kommt auch, dass wir alle sehr offenen in unterschiedliche musikalische Bereiche sind. Die Atmosphäre ist ebenso wie die Texte sehr düster, das stimmt. Es gab von den Medien schon einige Vergleiche von Metallica über Black Sabbath bis zu Gorefest. Aber im Endeffekt kann man daraus auch nicht immer was geben. Den Dreck hat die Plattenfirma – die müssen sich eine Stilbezeichnung für uns einfallen lassen. Dieses Label macht einen sehr guten Job und dort finden sich auch nur Bands, die ehrlich mit ihrer Musik umgehen. Edguy zum Beispiel machen nicht diese Art von Musik, weil gerade ein Power Metal-Boom ist, sondern weil sie diesen Stil schon immer vertreten haben. Ich gönne ihnen und AFM den Erfolg.“

Nur mit Ehrlichkeit allein ist es aber leider nicht getan. Um Erfolg zu haben, braucht es eben auch immer ein Quäntchen Glück. „Sicher mag es schwerer sein, gegen den Strom zu schwimmen, aber irgendwann hat man sein Ziel vor Augen. Und dieses konsequent zu verfolgen ist doch schon ein Sieg. Wir wollen diesen Weg gehen – wir müssen nur noch mehr Leute erreichen.“ Zu wünschen wäre es den ‚schlafenden Göttern‘ gewesen. Übrigens: auch hinter dem Bandnamen steckte ein tieferer Sinn, wie Tim erklärte:

Verstecktes Werte und Talente

„Wir denken dabei nicht an verschiedene Gottheiten oder so. Es geht vielmehr darum, dass in jedem Menschen Talente und Gaben stecken, die oft einfach nur geweckt werden müssen. Alles, was aus einem Menschen kommen kann, ist etwas Göttliches. Zudem gibt es eine Menge Werte, die im Laufe der Zeit einfach in der Gesellschaft untergegangen sind. Aus diesen, eigentlich grundsätzlichen, Werten baut sich alles neu auf. Man muss nur einen Blick für das Wesentliche und wirklich Wichtige entwickeln.

Viele Menschen lassen sich blenden und suchen nach einer Führung, der sie sich unterwerfen anstatt sich selbst zu finden, wobei Religion eine sehr gute Hilfe sein kann. Es ist schon interessant, mal darüber nachzudenken, ob sich die Menschen mehr Gedanken um sich machen, und zwar nicht im Sinne von Egoismus sondern um sich selbst zu begreifen, oder mehr über andere Dinge grübeln. Selbst Geld ist für manche ja schon eine Art Gott und das ist dann wirklich krank. Wir machen unsere Musik nicht um des Geldes willen, abgesehen davon, dass wir eh nix damit verdienen. Unser Ziel ist nicht Kohle, sondern die Musik an sich.“

photocredit: By Tisiks (Own work) [GFDL or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

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