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Veröffentlicht am 04.03.2016 von nemesis

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Interview T. Chastain/ Zanister

Zanister – David T.Chastian im Gespräch

War die erste Scheibe der dieser Band um Gitarren-Ass David T. Chastain noch recht neo-klassisch angehaucht, kam der Zweitling Fear No Man um einiges knackiger und straighter um die Ecke gebogen. Nichtsdestotrotz sind beide Scheiben klasse Teile. Nur fragte sich immer noch so mancher, was denn eigentlich mit der Vorgängerband Chastain, samt Kate French als Frontröhre, geschehen war.

Mutterfreuden, Pause und viele Pläne

„Wie vielleicht manche mitbekommen haben, wurde Kate schwanger und ist nun als Mama recht eingespannt. Ich selbst habe ständig verschiedenste Band-Projekte am Laufen. Bei Kate sieht es so aus, als würde sie nach den letzten Jahren nun wieder zur Singerei zurückkehren wollen. Ich hatte ihr eine komplette CD mit Material geschickt und sie schien sehr begeistert davon zu sein. Ich hoffe also, dass es bald eine neue Chastain-Platte geben würde. Die Band war nur also auf Eis gelegt, aber nicht komplett aus dem Rennen. Zanister sind bis jetzt eine reine Recording-, also Studio-, Band.

Ich hatten nebenbei noch eine neue Firma namens Diginet Music gestartet (www.diginetmusic.com), die auch viele Platten von mir, die niemals herausgekommen sind, featured. Auf diesem Weg hatte ich bis jetzt in diesem Jahr zehn CD herausgebracht.“ Nachdem Chastain gerade mit der Scheibe Im Dementia sehr fett und heavy in progressiven Gefilden wilderten, hatte wahrscheinlich so mancher Fan von David und Zanister ähnliches Material erwartet. Der Maestro erklärte, weshalb es nicht so war:

Nicht immer das Gleiche

„Ich wollte aus Zanister etwas Traditionelleres in der Richtung von Iron Maiden, Priest und Co. machen, einen Sound, bei dem die Gitarren-Duelle und somit auch beide Gitarren absolut gleichberechtigt sind. Ein toller Sänger mit dem Vermögen, dem ganzen seine eigene Note aufzusetzen, war ebenfalls nötig für dieses Unterfangen. Aber das Wichtigste ist natürlich, sehr gute Songs zu haben.“

Dennoch war die erste Zanister-Platte, wie bereits angesprochen, noch weit aus bombastischer als Fear No Man: „Sicher, die Ausrichtung sollte traditionell sein. Andererseits ist Basis aber immer dieselbe: Ich schreibe, was ich schreibe.“ Während sich viele Künstler schwer tun, aus ihrem eigenen Material Favoriten auszuwählen, scheint David da eine ganz einfache Regel zu haben: „Wenn ich mir so meine eigenen CDs angucke, ist es meist der letzte Song, der mir am meisten bedeutet. Auf Fear No Man ist es zum Beispiel ‚Egyptian Nights‘. Natürlich mag ich die anderen Songs auch, aber dieser hier hat einen tollen mystischen Touch, der mir sehr gut gefällt.“

Ein bisschen hyperaktiv?

Fear No Man setzte sich nicht unbedingt mit unbeugsamen Mut und so ´nem Zeugs auseinander. So richtig in eine Richtung kann David seine Texte allesamt gar nicht setzen: „Ich schreibe meist über Dinge, die mir selbst am Herzen liegen, die mich beschäftigen: Umweltverschmutzung, Tierrechte, soziale Probleme. Eigentlich quer Beet, ‚Egyptian Nights‘ folgt dieser Tendenz natürlich nicht, es würde nicht zum Song passen. Dieses Stück handelt davon, wie ein Sklave von der Königin trickreich dazu gebracht wird, den Pharao zu töten. Ihm wurde ewiges Leben versprochen und so saß er tausende von Jahre in Gefangenschaft.“

So sehr David sich gedanklich auch mit ähnlichen Themen auseinander setzt, so gegensätzlich ist seine Einstellung zu seiner eigenen Musik. „Ich langweile mich sehr schnell, wenn ich immer dasselbe spielen muss. Daher passiert es einfach, dass ich mich mit verschiedenen Stilen auseinander und sie umsetze. Ich habe Platten im Fusion-, Hardrock-, Blues-, Metal- und Akustik-Bereich veröffentlicht und ich mag sie alle. Ich hatte den Vorteil, Teil einer Plattenfirma und eines Aufnahmestudios zu sein. Daher ergibt sich für mich die glückliche Situation, alles tun zu können und so viel davon, wie ich möchte.“

Wo glänzt der Markt?

Zanister auch mal außerhalb der Retorte zu hören, dürfte sich für die europäischen Fans allerdings schwierig oder teuer gestalten, denn wie David durchblicken lässt, waren damals zwar mal Konzerte geplant, doch diese spielten sich auf dem amerikanischen Kontinent ab. „Es gab viele Angebote, live zu spielen, doch es stellte sich immer wieder als Problem heraus, alle Mitglieder zu versammeln. Das ist das Problem an den Staaten – es ist einfach alles recht weit voneinander entfernt.“ Auch wenn sich die Jungs aufmachen werden, die Staaten zu erobern, ist dies nach wie vor nicht der beste Markt – weder für Underground noch für Heavy allgemein.

„Europa ist definitiv die beste Möglichkeit für traditionelle und Power Metal-Bands. In Japan sieht es leider so aus, dass der Markt für diese Art von Musik schrumpft. Hier in den Staaten wird Metal durchaus gefeatured, solange es sich um solchen Metal handelt, der sich schnell und viel unter die Leute bringen lässt, wie Rap Metal etwa . Maiden hatten hier 200.000 CDs verkauft. Das sind fünf Prozent von dem, was Limp Bizkit verkaufen. Der Markt in den USA ist besser geworden als es noch vor ein paar Jahren der Fall war, aber wir sind noch weit von einer Situation, wie wir sie vor zehn Jahren hatten, entfernt.“

David T.Chastain´s Schaffen bisher:

Solo:

  • Instrumental Variations
  • Within the Heat
  • Elegant Seduction
  • Movements Thru Time
  • Next Planet Please
  • Acoustic Visions
  • Rock Solid Guitar
  • Prisoner of Time
  • Countdown to Infinity
  • Heavy Excursions
  • Civilized Warfare

Mit Spike:

The Price of Pleasure

Bei CJSS:

World Gone Mad
Praise the Loud
Kings of the World

Unter dem Namen Chastian:

Mystery of Illusion – 1985
Ruler of the Wasteland – 1986
The 7th of Never – 1987
The Voice of the Cult – 1988
For Those Who Dare – 1990
Sick Society – 1995
In Dementia – 1997
In an Outrage – 2004
The Reign of Leather – 2010
Surrender To No One – 2013

Mit Zanister:

Symphonica Millennia (David T. Chastain – Guitars, Keyboards, Production)
Fear No Man (David T. Chastain – Guitars, Production)
With Southern Gentlemen
Exotic Dancer Blues (David T. Chastain – Guitars, Vocals, Production)
Double Your Pleasure (David T. Chastain – Guitar, Vocals, Production)
Third Time Is the Charm (David T. Chastain – Guitar, Production)
Valley of Fire (David T. Chastain – Guitar, Production)
Instrumentalized – 2009 Leviathan Records (David T. Chastain – Guitar, Production)

Weitere:

Shockwaves – Leather (Music, Lyrics, Production)
Live! Wild and Truly Diminished!! (David Chastain and Michael Harris)
Aftermath – Ruud Cooty (David T. Chastain – Guitars, Arrangements, Production, Mixing)
Burning Earth – Firewind (David T. Chastain – Production, Vocal Engineering, Additional Background Vocals)
Hurricane X – Michael Harris (David T. Chastain – Bass, Executive Production)
Armed and Ready – Joe Stump (David T. Chastain – Bass, Executive Production)
Destination – Corbin King (David T. Chastain – Bass, Executive Production)
Shredology/Midwest Shredfest – Joe Stump (David T. Chastain – Arrangements, Bass)

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