Interviews

Veröffentlicht am 26.11.2015 von nemesis

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Interview Substance D

Ein kleiner Einblick

Unter dem Namen Black gegründet brachten diese Jungs ihre CD Addictions heraus. Neben gut aufgemachten Hardcore bot diese Scheibe vor allem textlich interessante Themen, über die sich Sänger Todd ausließ. Aber mal von Anfang an.

„Uns gab es zu diesem Zeitpunkt schon sieben Jahre und Addictions war eigentlich unsere zweite Scheibe. Trotzdem sehe ich die ganze Sache etwas anders. Nachdem wir unsere erste Platte veröffentlicht haben, meldete sich eine andere Band, die ebenfalls unter dem Namen Black aktiv war. Im Nachhinein kann ich sagen, dass uns das ganz recht war, denn der Name Substance D. (angelehnt an die Story A Scanner Darkly von Philipp K. Dicks. Anm. d. Ver.) passt einfach besser zu uns. Der Vertrag hatte sich auch relativ schnell danach ergeben und eigentlich sehe ich Addictions nach wie vor als unser wahres erstes Album, da viele Dinge hier einfach besser passten.“

Laut Biographie ist der gute Todd nicht gerade sehr erbaut über das Musikbusiness…
„Das kommt darauf an, worüber wir sprechen. Wenn es um Major-Labels und große Firmen im Musikbereich geht, bin ich wirklich nicht gut darauf zu sprechen. Diese Mega-Companies scheren sich doch im Prinzip einen Dreck um ihre Bands, es dreht sich alles nur um die schnelle Kohle.

Die Leute, die dort arbeiten, haben nicht selten eigentlich kaum genügend Wissen, noch das Interesse oder die Geduld, eine Band aufzubauen.

Don´t call us we call you

Sieht man sich im Gegensatz dazu kleinere Independent-Labels an, läuft der Hase schon wieder ganz anders. Hier kümmert man sich um Musiker und um die Band. Es herrscht wirkliche Zusammenarbeit. Wenn ich hier etwas mit einem Label zu besprechen habe, dann kann dort auch anrufen. Versuch` das mal bei einem Major-Label… da wird man von einem zum anderen verbunden, keiner hat `ne Ahnung von nix und im Endeffekt kommt man keinen Meter weiter. Hätte ich die Chance, bei einer großen Company unterzukommen, ich würde ablehnen und bei Modern Music bleiben. Da könnte man mir noch so viel Geld in den Allerwertesten blasen.“

Doch einmal zu den Texten von Addictions, die sich mit verschiedenen Aspekten der Anhängigkeit beschäftigen..

„Ich habe hier total aus Erfahrung geschrieben. Ich war selbst nicht gerade wenig auf Drogen. Ich hatte nichts mehr, keine Wohnung… einfach nichts. In dieser Zeit habe ich viel Mist gebaut und war einfach zu blind, um zu verstehen. Ich war unter anderem auch im Gefängnis. Ich habe seit dieser Zeit viel gelernt, und wollte diese Erfahrungen weitergeben. Ich habe diese Platte nicht unter dem Aspekt gemacht, um Leute zu belehren, aber wenn auch nur ein paar unserer Hörer Hilfe aus meinen Lyrics beziehen können, ist das doch ein verdammt guter Nebeneffekt außer der Tatsache, dass ich über diese Erfahrungen für mich selbst einfach darüber schreiben musste.“

Ans Eingemachte

Gründe, um in die Drogenabhängigkeit zu rutschen, gibt es viele…
„Sicher hat das auch damit zu tun, wie stark eine Persönlichkeit ist. Außerdem bin ich der Meinung, dass das Umfeld sehr prägend ist. Jeder Mensch ist ein Spiegel der Gesellschaft – doch der eine kann sich dagegen wehren und der andere wider nicht. Ich danke Gott und seinen Engeln, dass sie auf mich aufgepasst haben.

Ich führe mittlerweile ein neues Leben und bin unwahrscheinlich glücklich, dass ich von diesem ganzen Mist weg bin.

Meine Lyrics sind auch imAallgemeinen etwas düster und für die Zukunft wenig positiv. Das mag vielleicht ein wenig einen falschen Eindruck erwecken. Ich sehe die Zukunft der Menschen wirklich nicht sehr glänzend, doch denke ich auch, dass Individuen etwas ändern können. Sicher kann das eine ganze Gesellschaft nicht, aber einzelne können den Anfang machen. Aber bei allem Pessimismus, bin ich sehr glücklich, über schöne Dinge, die passieren, und werde auch nie aufhören, Hoffnung zu haben.“

Ein guter Tipp an die Leute?

„Hört auf eure Freunde. Wenn euch mehrere Menschen, denen ihr etwas bedeutet, sagen, dass ihr etwas falsch macht, dann denkt darüber nach – es kann einem unter Umständen vor riesengroßer Scheiße bewahren.“

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