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Veröffentlicht am 27.09.2015 von nemesis

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Interview Reign Of Terror

Korn – oder: Bands, die keine Ahnung von Musik haben

Na, so kann´s gehen. Sacred Ground ist mitnichten das Debut der Amerikaner, sondern bereits die dritte Scheibe. Man sollte also nicht nur einfach nach der Discographie auf dem Info gehen, auch wenn die ersten beiden Scheiben von Reign Of Terror doch recht schwer zu bekommen sind, wie auch Gitarrist Joe Stump zugibt: „Unsere erste Platte kam über ein kleines Label, Crystal Entertainment, heraus. Sie wurde als Digi-Pack zusammen mit einer meiner Solo-Scheiben vertrieben. Die zweite Scheibe wurde von Omega Records veröffentlicht, in Zusammenarbeit mit einigen anderen Labels in Europa.

Kein Vorbei an den Helden

Unser Ziel war es ein Label mit besseren Vertriebsmöglichkeiten zu finden, was uns mit Limb auch gelungen ist.“ Die größere Aufmerksamkeit, die Sacred Ground dadurch zu Teil wird, lohnt sich auch für die Fans, auch wenn Joe inständig hofft, das die Leute die Platte ebenso mögen wie er. Sicher ist er sich nicht, auch wenn er sich der Qualität des Materials bewusst ist. „Ich finde, die neue Platte ist für Metal-Fans ebenso geeignet wie auch für Anhänger von Gitarristen- und Underground Mucke. Neben neo-klassischen Einflüssen wie etwa on Rainbow, Malmsteen und auch Dio gibt es eine Menge technischer Details und dazu die großartigen, melodiösen Vocal-Lines von Michael (Vescera).

Ich bin mit allen Arten von Hardrock und Metal aufgewachsen: MSG, Scorpions, Deep Purple,…. man kommt als Musiker an seinen Helden eben nicht einfach vorbei. Zudem finde ich es immer gut, wenn verschiedenen Aspekte miteinander kombiniert werden. Mit den beiden Instrumentalstücken, die sich auf Sacred Ground befinden, wollte ich einiges für die Fans meiner Solo-Scheiben veröffentlichen. Sie sollten aber auch nicht zu ausufernd werden, um auch den anderen Hörern gerecht zu werden. Das wäre normalen Musik-Fans einfach zu heftig. Es gibt eine Menge Leute, die zwar Reign Of Terror mögen, aber mit meinen Solo-Platten gar nichts anfangen können. Und durch diese soundtechnische Kombination kann man beide Lager bedienen.“

Killing Machine nebenbei

Unverdrossen macht Joe auch weiterhin seinen Solo-Stuff: „Es ist zeitlich nicht immer einfach, zumal Michael auch mit diversen anderen Sachen beschäftigt ist. Wobei Killing Machine mehr ein Projekt sind, bei dem es nicht ums Touren, sondern lediglich ums Aufnehmen und Songwriting geht. Reign Of Terror sind dagegen eine richtig normale Band. Wobei mir so eine Situation auch wesentlich mehr zur Nase steht als diese Projekt-Atmosphäre. Taucht man als Gast auf einer Scheibe auf, ist es wieder was anderes, aber eigene Songs spiele ich lieber Solo oder in einer Band. Ich kann daran nicht mit Musikern arbeiten, die ich menschlich gar nicht kenne.“

Während Joe der Ausgleich aus harten und technisch versierten Parts und eingängigen Melodien sehr wichtig ist, findet er, dass manche Bands zu sehr an den Vorbildern kleben. „Ich möchte über niemanden richten, aber ich finde es schade, wenn sehr gute Bands einfach keine eigene Power haben. Sie pappen zu sehr an Malmsteen, Michael Schenker und dergleichen. Manche hören einfach zu viel und fühlen dabei aber zu wenig. Man kann eine Atmosphäre eines Songs oder eines Band einfangen und diese in das eigene Material einbringen, aber man sollte das nicht mit der Musik an sich machen und halbe Parts kopieren.“

Wie mache ich eine Platte

Nun, Leutchen, die Musik ausschließlich mit den Ohren und nicht m it dem Herz hören, scheinen sich auch unter der schreibenden Zunft ab und an zu befinden. Anders kann man sich manche Rezensionen kaum erklären, bei denen eine Band einfach nur runtergeputzt wird, oftmals die Idee hinter eine Scheibe nicht verstanden wird und man nur oberflächlich auf einem scheinbaren Auflagenkatalog (‘wie mache ich eine gute Platte’) basierend eine Band beurteilt. „Egal, ob eine Band nun frech und bewusst kopiert oder wirklich eine eigene Schiene fahren möchte, „Ehrlichkeit kommt immer raus. Ist eine Band erst lange genug dabei, erkennt man einfach, welche Idee von Anfang an dahinter gesteckt ist.“ Neben seinen eigenen musikalischen Aktivitäten ist Joe am Berkley College Of Music als Gitarrenlehrer tätig. „Ich versuche, meinen Schülern so viel wie möglich unterschiedliche Stile näher zu bringen.

Geschrubbe statt Können

So kann man auch am besten herausfinden, was das richtige für einen ist. Es kommen schon eine Menge Schüler, die wie dieser oder jene Gitarrist klingen wollen. Im Gegensetz zur Musikszene hier in Amerika ist es überraschend, wie viele am klassischen Hardrock interessiert sind. Man kann nur hoffen, dass durch diese Steigerung des technischen Durchschnitts an den Instrumenten auch irgendwann hier wieder Bands auftauchen, die anständige Mucke machen und nicht Mangel an Können Pseudo-Geschrubbe bieten. Bands wie Korn sind einfach nicht gut genug, anständige Musik zu machen. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als den Sound zu fabrizieren, den man von ihnen kennt. Mit den Crossover kam leider auch die Zeit, in der man kein Instrument wirklich beherrschen musste, um Musiker zu sein.“ Schlimm aber wahr.

photocredit: By Rockman (www.rockman.no) (Own work) [GFDL or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

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