Interviews

Veröffentlicht am 09.10.2015 von nemesis

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Interview Masi

Masi über die CD Eternal Struggle

Wenn es hat sollen sein…- und ohne Plan

Wenn Gitarristen eine eigene Band auf die Beine stellen, muss bei aller technischer Fertigkeit nicht immer ein Solo-Genudel dem anderen folgen, gepaart mit Songs, die eh kein Mensch außer dem Künstler selbst versteht. Ein sehr gutes Beispiel, dass es auch anders geht, ist die Platte Eternal Struggle von Gitarrero Alex Masi. Wobei der Gute allerdings vollkommen ohne Plan und Idee, wem die Platte denn letztendlich gefallen könnte, an die Arbeit ging.

Kein Gefallen an das Label

„Ich hatte echt absolut keinen Peil, welcher Teil des Marktes an der Scheibe interessiert sein könnte. Ich habe einfach mal drauflos gemacht. Wie immer schrieb und spielte ich die Musik in erster Linie für mich selbst – und wenn die Sache dann noch anderen gefällt, freut einen das umso mehr. Es ist immer wichtiger, sich selbst nah zu kommen, seine eigenen Vorstellungen ehrlich umzusetzen, als irgendeiner Plattenfirma einen Gefallen zu tun. Es gab sogar Leute, die meine vorhergehenden Bach-Alben mochten – was für mich absolut unerwartet war. Diese Tatsache zeigt allerdings, dass die Menschen Hingabe und Leidenschaft an eine Sache durchaus verstehen und würdigen können.“

Auch klassische Musik ist – eben einfach Musik

So kommt es auch, dass Alex wieder einmal von den Reaktionen positiv überrascht ist, kommt Eternal Struggle doch sehr gut weg. Die Limitierung, man sei von klassischer Musik beeinflusst, kann der Musikus so allerdings nicht stehen lassen. „Meiner Meinung nach ist klassische Musik in erster Linie Musik. Der Juwel des Westens ist es, was wir ‚klassische’ Musik nennen. Das Material ist so wichtig, ihre Harmonie ist die vorteilhafteste auf der Welt und ihre Strukturen sind wirklich weise. Alles, was in der Zeit vom Mittelalter bis einige Dekaden vor der heutigen Zeit entstand, ob es sich nun um Literatur, Kunst wie Malerei oder Musik handelt, fällt in diese Rubrik.

Sich nicht der Musik verschließen

Und jeder Musik mit ein wenig Respekt vor sich selbst tut gut daran, sich all der großartigen Musik dort draußen nicht zu verschließen und ihre Weisheit und Intelligenz für sich zu nutzen.“ Und auch heute steht für Alex die Musik penetrant im Vordergrund. Zwar steht im Info zur Platte, der Gitarrist wäre auf der Suche nach dem richtigen Publikum für seine Musik gewesen, doch so ganz trifft das den Nagel nicht auf den Kopf.

Hirntod

„Ich möchte die beste Musik, die mir möglich ist, machen. Das steht ganz ganz oben auf meiner Liste – und wenn so sein soll, wird dieser Musik auch eine Hörerschaft folgen. Musik spricht, wie jede Art von Musik, für sich selbst, und die Hörer sollten dabei ihre eigenen Grenzen überwinden und sich selbst miteinbeziehen. Sich nur Musik zu widmen, die neu ist, birgt auch eine Gefahr in sich: Man bekommt nur die Reflektion des Heute, nicht das komplette Bild. Und das ist ziemlich limitiert. Das ist das erste Symptom des Hirntods in seinem persönlichen ‚Buch’.“

Pop-Rock-Underground

Wie schnell sich Dinge in eine andere Richtung entwickeln können, wenn man nur offen genug ist, zeigt auch Eternal Struggle. Denn eigentlich war Alex Masi´s Band als Pop/Rock-Projekt mit einem anderen Sänger geplant. „Der Sound wurde einfach Stück für Stück härter und ich stellte fest, dass es gut wäre, einen anderen Sänger zu nehmen. So stieß Kyle zur Band. Ab diesem Zeitpunkt lichtete sich die Situation und die Songs kamen schon fast automatisch. Es ist ein phantastisches Gefühl zu sehen, wie sich Stücke selbst entwickeln.“ Trotz der mehr als guten Reaktionen auf die aktuelle Scheibe hat Alex nicht vor, sich nur noch auf diese Band zu konzentrieren.

„Was Live-Angelegenheiten betrifft, werden wir sehen was passiert. Sicher wäre es cool, in Europa zu spielen. Das würde mir schon sehr gefallen, hehe. Im Moment plane ich ein Beethoven-Album, zudem arbeite ich noch mit einigen pakistanischen Musikern zusammen, was absolut nichts mit Rock zu tun hat, sondern mehr die Traditional-Richtung tendiert. Und an einem Instrumental-Album mit Drummer John Macaluso bin ich auch dran. Diese Platte wird auch nicht unbedingt typisch Rock werden.“ Man darf also gespannt sein, was der arbeitswütige Musikliebhaber noch so aus dem Ärmel schüttelt.


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