Interviews

Veröffentlicht am 19.11.2015 von nemesis

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Interview Jacobs Dream

Unterschätze nie den Versand von Demos

Wie so einige Bands mehr waren auch Jacob´s Dream auf einem der „Unerhört!“-Sampler des Rock Hard vertreten und hatten dadurch einen Deal an Land gezogen. Gelandet waren die brillanten Amis um Power-Röhre Billy Queen bei Metal Blade. Hatte der Beitrag für diese Compilation also echt was gebracht?

„Sicher hat es unserem Bekanntheitsgrad alles andere als geschadet, doch standen wir bereits vor der Veröffentlichung dieses Samplers mit einigen Labels in Verbindung“, erzählte Gitarrist Gary Holtzman zu diesem Übereinkommen. „Wir haben ganz normal Demos verschickt und auch mehrere Angebote bekommen und das von Metal Blade erschien uns am besten, da diese Firma sich wirklich für ihre Bands einsetzt. Wie gesagt: Angebote gab es eine ganze Menge, was uns natürlich auch gefreut hat.“

Unfreiweillige Neu-Taufe

Wäre ja auch unverständlich, wenn es anders gewesen wäre. Weniger erbaut dürfte die Mannschaft wohl gewesen sein, als es darum ging, sich unfreiwilligerweise umzubenennen, hörten doch Jacob´s Dream zu allererst einmal auf den Namen Iron Angel. Den allerdings mußten sie sich relativ bald wieder in die Haare schmieren, da sich eine europäische Band zu Wort meldete, die unter dem gleichen Banner ihr Unwesen trieb. „Das war ein wenig hektisch. Wir mussten uns auf die ganz furchtbar Schnelle einen neuen Namen einfallen lassen und hatten dafür genau einen Tag Zeit.

Jacob´s Dream gefiel uns dabei sehr gut, ohne einen tieferen Hintergrund zu haben.“ Man muss ja auch nicht immer alles bis ins letzte zerfieseln. Auch bezüglich musikalischer Technik sah es da bei den Amis nicht anders aus. Gute Technik hin oder her: Songdienlich soll sie sein, gell Gary?!

Logik contra Emotion – zumindest in der Kunst

„Ich bin der Meinung, je mehr man beim Songwriting nach musikalischer Logik verfährt, umso weniger Gefühl kann die Musik zumeist transportieren. Sicher ist es immer von Vorteil, eine gewisse Portion Wissen über Musik-Theorie und all das zu haben, nur darauf einen Song aufzubauen, ist nicht unser Ding. Man sollte als Musiker Technik einsetzen, um Emotionen durch den Sound rüber zu bringen und nicht um zu zeigen, wie toll man auf seinem Bass oder so rumhauen kann. Es gibt einige Musiker und Bands, für die das Zweck des Musikmachens ist, für uns macht das keinen Sinn.

Ich habe Respekt vor Leuten, die ihr Wissen und des Öfteren auch ihre klassische Ausbildung dafür nutzen. Mir ist es aber lieber, Gefühl und Atmosphäre zu vermitteln.“ Dass dabei die Technik und die Offensichtlichkeit über die musikalischen Fähigkeiten nicht auf der Strecke bleiben müssen, zeigte Jacob´s Dream selbstbetiteltes Debut. Und auch wenn ich nur ungern Vergleiche heranziehe, erinnert mich Sänger Billy doch tendenziell sehr an Queensryche´s früheren Sänger Geoff Tate, was nun nicht gerade eine Beleidigung sein dürfte. Doch muss man auch sagen, dass der gute Billy wesentlich aggressiver agiert. „Billy ist ein Viech. Der kann dieselbe Stelle, denselben Song hundertmal singen, und ich bekomme immer noch eine Gänsehaut.

Mords-Respekt vorm Sängerlein

Es steckt immer das gleiche Kraftpotential dahinter und auch dieselbe Intensität. Müsste ich einen Part immer wieder runternudeln, würde mir das irgendwann so auf die Nerven gehen, daß meine Ausführung von mal zu mal schlechter werden würde. Als Musiker, insbesondere als Sänger muss eine gewaltige schauspielerische Ader haben und diese ist bei Billy enorm ausgeprägt. Die Vergleiche mit Geoff Tate sind schon des Öfteren gefallen, und ich denke, dass es daran liegt, dass sich beide in etwa im gleichem Stimm-Spektrum bewegen.“ Ich wollte ja auch nicht sagen, Billy sei ein Abklatsch des ehemaligen Queensryche – und nun Operation Mindcrime-Barden. Nur erstens ist es eine Frage der gesanglichen Technik, ob sich Ähnlichkeiten finden lassen und zweitens wird es wohl immer Sänger geben, die eine annähernd vergleichbare Stimme haben.

„Ja klar“, stimmt Gary zu. „Ich denke kaum, dass jeder Mensch sich stimmlich vom anderem zu hundert Prozent vom anderen unterscheidet, und bei den Vocals schafft die richtige Technik schon mal eine gewisse Grundvoraussetzung für manche Similiars. Ich habe viele Sänger getestet, aber bei Billy war das einfach der Wahnsinn, der hat eine dermaßen große Dramatik in seinem Gesang, das ist wirklich sagenhaft. Und noch was: Queensryche hatten sich mit den Alben Q2K und Hear In The Now Frontier, gelinde gesagt, nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Also, in meinen Augen war das Müll.“

Kann man machen wie ein Sack Reis, wobei man über die Queensryche-Sache streiten kann, den die Klasse, die diese Band besitzt, kann man ihr nicht absprechen und vor allem Geoff Tate seines Sangesleistung nicht, wie er mit seiner neuen Band eindrucksvoll unter Beweis stellt – auch in Sachen Konzept. Aber das ist wohl ein anderes Thema. Zu Jacob´s Dream sei noch folgendes zu sagen: Muss man gehört haben. Ebenso sollte es im Line-up Neues geben, hatte man doch einen neuen Drummer an Land gezogen, der ein Freund Gary´s ist und dessen Namen ich nicht einmal zur Hälfte bei dem geslangten Genuschel verstanden hatte.

photocredit:https://www.facebook.com/OfficialJacobsDream/photos/a.405548636152471.91305.125190977521573/1035879329786062/?type=3&theater

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