Interviews

Veröffentlicht am 04.10.2015 von nemesis

0

Interview Domine

Vielfältiger Sound

Die Prog-Heavies sind sicher nicht das bekannteste Gesicht in der Musikszene und an sich schon eher zum Underground zu zählen, ist der Sound von Domine doch auch ein genre-technisches Querbeet. Bandkopf Enrico jedenfalls sieht so und mit jedem Vermengen sieht er einen ziemlichen Fortschritt für die Band an, wobei er mit dieser Meinung definitiv nicht der Einzige ist. „Wir bekommen richtig geile Reviews überall, das ist ein tolles Gefühl. So haben wir selbst gleich noch mehr Spaß an unserer eigenen Scheibe. Auch unsere Fans zeigen sich total begeistert von der neuen Platte.

Erdiger Heavy-Sound mit Finesse

Manche neue Dinge haben sich ganz einfach während des Spielens in eine andere Richtung entwickelt, so ist das neue Album variationsreicher geworden und kann von verschiedenen Standpunkten betrachtet werden. Wir wollten alle Elemente, die wir mögen, auf dieser Scheibe vereinen, sie richtig zur Geltung bringen und trotzdem ganz einfach erdig bleiben. Einfach unsere Wurzeln weiterführen und ein paar neue Ideen dazufügen.

Uns ist es sehr wichtig, die epische Seite des Heavy Sounds hochzuhalten, da sie uns auch sehr gut gefällt. Als wir uns an die Arbeit zur neuen Platte, haben wir uns zusammengesetzt, und all unsere Ideen zusammengetragen.

Zusammengewachsen

Besonders die Ideen, die wir schon lange mit uns herumgeschleppt und niemals verwirklicht haben, sollten endlich mal verwirklicht werden. Zudem wollten wir auch diesmal einen besseren Sound haben und haben uns hier sehr bemüht, das Beste herauszuholen.“ Einen positiven Einfluss hatte Enrico´s Meinung nach auch die Tatsache, dass das Line-up der Band, das nun seit zwei Jahren dasselbe ist, besser zusammengewachsen ist.

„Besonders die Live-Gigs haben uns eine Menge gebracht und uns beständiger zusammenfinden lassen. Ich für meinen Teil war dafür, auch einige keltische Ansätze in den Sound zu integrieren, irgendwo zwischen Thin Lizzy, Gary Moore und Sachen wie The Chieftains oder Planxty. Ebenfalls sollten einige weibliche Vocals Verwendung finden, Richtung Loreena McKennitt, Kate Bush, Ataraxia oder auch Dead Can Dance. Unterm Strich haben wir beim neuen Album einfach selbst mehr Freiheiten eingeräumt und uns an Elemente herangewagt, die uns schon länger im Kopf rumspukten.“

Harte Arbeit

Dass es in der Musik-Szene manchmal länger dauern kann, bis eine Band endlich zum Zug kommt, zeigen nicht nur Beispiele wie Jacob´s Dream. Auch Domine haben ihr erstes Demo elf Jahre vor der ersten regulären Platte aufgenommen. „Manche Bands knacken den Markt über Nacht und andere wiederum müssen eben länger am Ball bleiben. Die Musik-Szene an sich ist nicht so leicht einzuschätzen oder gar zu berechnen. Wir haben für jedes Vorwärtskommen in unserer Laufbahn sehr hart gearbeitet und sind nun in Italien auch respektiert. Doch ist uns durchaus bewusst, dass wir hinsichtlich anderer Länder als unserer Heimat noch eine Menge an Arbeit vor uns haben.

Ich dachte, Heavy wäre eine andere Musik, für eine andere Art Publikum – eine Art ‚reine’ Musik ohne Kommerz und mehr Interesse an Kunst.

Wenn Underground nicht Underground bleibt

Doch hinsichtlich dessen bin ich ziemlich enttäuscht worden und habe beschlossen, Musik in erster Linie zu meinem eigenen Vergnügen zu machen. Denn auch die Underground-Szene folgt denselben kommerziellen Gesetzen wie Pop- und Mainstream-Musik. Irgendwann kennt man die Regeln und muß sich entscheiden, ob man mitspielen will oder nicht. Wir für unseren Teil wollen das spielen, was wir lieben – und das so gut wie möglich.“ Tja, Leute, sowas aus dem Mund eines waschechten Metallers zu hören, kann schon schmerzen. Doch eigentlich wissen wir alle schon lange um diese Regeln. Oder wären Hammerfall derart schnell so groß geworden, wenn nicht ein gewisser Hype dahinter gesteckt hätte? Würden Bands ihren Deal verlieren, nur weil sie durch Brennaktionen weniger CDs verkaufen? Wären ohne Hammerfall auch derart viele neue True Metal-Bands zum Beispiel auf der Bildfläche erschienen?

Höchstwahrscheinlich nicht. Doch hat die Szene immer noch einige entscheidenden Vorteile gegenüber anderen Musikrichtungen: Prozentual mehr kritische Fans, die sich nicht alles vorsetzen lassen, mehr Idealisten als man sie wahrscheinlich in der Popmusik findet und Künstler, die in der Lage sind, ihre eigenen Songs zu schreiben.

photocredit: https://www.facebook.com/domineofficial/photos/

Tags: , , , , , ,


About the Author



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top ↑
  • Aktuelle Artikel

  • PARADOX Musikmagazin

  • Newsletter

    Trage ich hier in unsere Newsletter ein und bekomme von uns immer alle Szene-News aus erster Hand!

  • Monatsübersicht