Bands

Veröffentlicht am 16.01.2016 von nemesis

0

Ian Parry

Consortium Project – Ian Parry über Science Fiction und Continuum In Extremis

Mit Continuum In Extremis hatte Ian Parry mit seinem Consortium Project Scheibe Zwei am Start – und sich dafür auch eine ziemliche Herausforderung gesucht. So wollte der gebürtige Brite den Fans ein Konzeptalbum präsentieren, dass einerseits ausgereift und auch in seiner Thematik glaubwürdig ist und dennoch bei allem Hang zu Science Fiction in den Ausführungen nicht zu weit geht.

„Ich weiß, dass eine Menge Heavy-und Rock-Fans gerne Bücher lesen, um mal abzutauchen oder sich auch das eine oder andere Konzeptalbum reinziehen. Trotzdem ist es Fehler dabei zu weit in eine Traumwelt oder dergleichen als Künstler zu entführen, da es für die Hörer sonst einfach zu viel werden kann. Daher habe ich mich entschieden, eine Kombination aus Realität und ein wenig Science Fiction zusammenzubasteln“, erläuterte der wie eh und je gesprächige Zeitgenosse.

Thematisch tauchte Continuum In Extremis in eine futuristische Welt ab, in der ein Zusammenleben von Frauen und Männern nicht mehr möglich ist.

Die Schwierigkeit, die eigenen Gedanken mitzuteilen

Basierend auf dem Schindluder, das wir bereits seit geraumer Zeit mit unserem Planeten wirklich treiben, sind auch die Lebensbedingungen in der Gegenwart der Geschichte recht am Arsch.“ Aber dazu später mehr, denn einiges wolltel Ian vorher noch loswerden: „Ich mag intellektuell anspruchsvolle Themen sehr gern, doch es ist schon schwierig, seine eigenen Gedanken in dieser Richtung vernünftig und verständlich sprachlich zu erklären – verbunden mit Musik, wo sich die Möglichkeit, detailliert zu erklären, noch weniger ergibt, steigert sich diese Schwierigkeit noch. Die Erklärungen zu der Platte sind als Aufnahmen in verschiedene Sprachen übersetzt…“

Doch gerade eine derartige Verbindung mit realistischen und zeitgemäßen Themen und eher unangenehmen potentiellen Zukunftsentwicklungen, die daraus resultieren, stellen auch ein gewisses Risiko dar. „Die meisten Leute wollen mit der Realität und Problemen nicht konfrontiert werden. Diese Hörer brauchen sich auch nicht unbedingt auf die Texte konzentrieren, schließlich ist die Musik ja auch noch da“, lachet Ian. „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass dies ein mitschuldiger Aspekt ist, dass die Welt langsam aber sicher außer Kontrolle gerät.

Seit dem Urknall auf der Stelle getreten?

Besonders die männliche Spezies ist sehr aggressiv in ihrer Haltung, daran hat sich seit dem Urknall nix geändert.

Daher entwickelt sich die Geschichte des Albums auch so, dass die Frauen die neuen ‚Herrscher’ sind, dabei aber mit Zusammenhalt und Liebe agieren. Aber aufgrund der bewegten und problematischen Vergangenheit ist ein Zusammenleben beider Geschlechter nicht mehr möglich, so dass es getrennte Territorien gibt.“

Und für alle, die jetzt die Frage nach der Fortpflanzung stellen: Ein Teil der Science-Fiction-Seite ist der Fakt, dass sich in dieser Geschichte die Menschen bereits ohne Hinzunahme der konventionellen Vermehrungsmethode fortpflanzen können und so kamen wir auf eine Umorientierung in anderer Hinsicht. Nämlich bezüglich Ian´s Herangehen an seine Musikerkarriere.

Neue Wege und Lernprozesse

Früher habe ich einfach Wert aufs Singen gelegt, doch ich musste auch das Business lernen, und das war eine harte Schule. Viele Fans wissen gar nicht, dass ich massiv über den Tisch gezogen wurde. Ich habe mich immer an der Musik festgehalten und es war auch nicht drin, einfach die Augen vor den Problemen zu schließen, ich musste lernen und etwas ändern. Mittlerweile habe ich meine eigene Plattenfirma, über die auch bald die älteren Elegy-Scheiben wieder auf den Markt kamen. Doch ich hoffe, dass die Fans mich jetzt nicht falsch verstehen. Es geht mir nach wie vor nicht ums Geld, ich liebe die Musik, sie war, ist und wird immer mein Katalysator bleiben.

Nur denke ich heute irgendwie wie ein Junge mit dem Wissen eines alten Mannes. Wie auch im Musikbusiness gibt es auf der Welt eine Menge Probleme – man kann sie nicht an einem Tag lösen, aber es wäre nicht schlecht, mal damit anzufangen. Es gibt eine Menge guter Leute auf der Welt – die wird es immer geben und sie werden auch immer etwas bewegen können. Ich selbst sehe mich sicher nicht als Lehrer, doch wenn ich irgendwie die Aufgabe habe, die Menschen, die meine Musik hören, ein wenig zum Nachdenken zu bringen, nehme ich diesen ‚Job’ gern an. Das Leben ist ein Lernprozess – genau wie die Musik. Und exakt aus diesem Grund liebe ich die Musik so sehr.“

Wie Ian sagt, ist es sein Ziel, den Leuten mit seiner Musik etwas zu geben, und zu diesem Thema hatte er auch eine nette Geschichte auf Lager. „Vor einigen Jahren lernte ich ein Ehepaar kennen. Die Frau wollte mich seit 7 Jahren kennenlernen, nur um ‚Danke’ zu sagen. Ich fragte sie wofür, und sie meinte, sie und ihr Mann hätten einige schwere Zeiten hinter sich und meine Texte und die Musik hätten ihnen geholfen. Ich kann gar nicht beschreiben, was für ein unglaubliches Gefühl das war. Ich würde gerne mehr tun, die Spitze habe ich sicher noch nicht erreicht.

Es wäre schon klasse, mit Elegy zum Beispiel eine Welt-Tournee machen zu können und mehr Menschen zu erreichen. Das ist eben einer meiner Träume – dass der aber nicht um Handumdrehen zu erfüllen ist und es an sich eine schwierige Angelegenheit ist, weiß ich. Außerdem kann man auch nicht nur mit Musik etwas geben, sondern auch einfach, indem man Hilfsorganisationen unterstützt oder einfach grundsätzlich Hilfsbereitschaft an den Tag legt. Doch eines ist klar: Den Menschen etwas geben zu wollen, ist nicht der einfachste Weg, den man sich aussuchen kann.“

Tags: , , ,


About the Author



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top ↑
  • Aktuelle Artikel

  • PARADOX Musikmagazin

  • Newsletter

    Trage ich hier in unsere Newsletter ein und bekomme von uns immer alle Szene-News aus erster Hand!

  • Monatsübersicht