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Veröffentlicht am 19.01.2016 von nemesis

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Athena: Ein Portrait

Mehr Zutaten munden besser

Nach zwei sehr guten Alben, die mehr in die Prog-Metal-Ecke gingen, haben die Italiener im Folge eine power metal-orientiertete Scheibe, Twilight Of Days am Start. Dabei ist diese Combo nicht mit der türkischen Thrash Metal-Band gleichen Namens zu verwechseln. Neuzugang Graziano Poggetti (guit) zeigte sich bezüglich der Scheibe sehr selbstbewusst und sieht in ihr einen sehr wichtigen Schritt für die Band.

„Die Kombination aus normalem Metal, straighten Parts und leichten progressiven Einflüssen und Arrangements war uns diesmal sehr gut und recht eingängig gelungen. Bereits auf den beiden Vorgängerscheiben befanden sich neben den verschachtelten Songs auch geradlinigere Tracks, nur war die Mischung innerhalb der einzelnen Stücke nicht so ausgewogen wie auf unserem aktuellen Output.

Der verschachtelte und sensitive Hammer

Ich würde nicht behaupten, dass es unsere beste Scheibe war, aber die homogenste. Die kraftvolle Seite des Metal mit Bands wie Pantera, Metallica und Iron Maiden war uns schon immer genauso so wichtig und maßgebend wie die Prog-Fraktion mit ELP, Genesis und Dream Theater. Die Mischung aus straighten Songverläufen und progressiv-angehauchten Melodien haben wir, denke ich, diesmal sehr gut hinbekommen.“ Wobei durch diese Kombination auch schon mal ein starker epischer Touch in den Sound miteinfließen kann, wie bereits das Debut der deutschen Soul Cages gezeigt hatte.

Nach einigen Line-up-Wechseln, in deren Verlauf sich auch Rhapsody´s bzw Rhapsody Of Fire´s Fabio Leoni (voc) in den Reihen der Band fand, machte Graziano auch die mittlerweile eingeschworene Gesellschaft der Bandmitglieder für den leicht veränderten Sound verantwortlich. „Wir waren einfach im Laufe der Zeit sehr zusammengewachsen, und da fällt es leichter, an einem Strang zu ziehen. Sicher, ich war bei den ersten beiden Scheiben noch nicht beim Line-up dabei, hatte mich aber intensiv mit dem älteren Material von Athena auseinandergesetzt.

Die Chemie macht´s

Jeder machte mit seinem Instrument seinen eigenen Stiefel, aber unterm Strich ergänzte sich das alles sehr gut und fügte sich ineinander. Das jetzige Line-up hatte auf jeden Fall mehr Power in die Sache gebracht. Wenn man zusammenpasst, ist es nicht schwer, mit neuen Leuten in der Band zu arbeiten.“

Nach den beiden Erstlingswerken kam erstmal eine ‘schwarze Phase’ für die Band, wie es Graziano nennt. „Viele damalige Mitglieder von damals verließen die Band. Manche dachten auch, wir hätten kein gutes Verhältnis mehr zu Fabio, aber das stimmte nicht. Er besuchte uns nach wie vor bei den Proben und wir haben viel Kontakt. Zu all diesen Wechseln kam auch die Tatsache, dass das Label der Band Mist gebaut hatte.

Erstmal sondieren

Die Band wurde in dieser Zeit erstmal auf Eis gelegt, um später mit neuen Mitstreitern auch neue Energie zu finden. Wir wollten nichts erzwingen, es sollte alles auf natürlichem Wege zustande kommen. Es wurden nicht hunderttausend Musiker ausprobiert, es kam alles einfach zusammen. Mit Francesco Neretti, dem neuen Sänger, konnte man in musikalischer Hinsicht einfach alles anstellen. Wir hatten ihn durch den Sänger von Eldritch kennengelernt.“

Neben der bereits erwähnten, leicht korrigierten musikalischen Ausrichtung fällt vor allem die Produktion auf. Während andere Combos einen auf fett an allen Ecken und Enden machen, ist der Soundteppich von Twilight Of Days eher spärlich, aber sauber und erinnert an so manchen Virgin Steele-Release der letzten Zeit und typischen ´80er Metal-Produktionen. Den einen freut´s, wenn er mal wieder komplett an alte Zeiten erinnert wird… oder sich, wenn man einfach in den Achtzigern noch eher den Kindergarten unsicher gemacht hat denn die einschlägigen Clubs, andere wiederum mögen darin vielleicht eine Schwäche des Albums sehen. Unsereins gehört zu ersterer Fraktion.

Eine Frage der Aufmerksamkeit und des Erkennens

„Die Reaktionen der Presse waren sind recht unterschiedlich, da viele die Entwicklung der Band und unseres Sounds nicht nachvollziehen konnten. Wir hatten nicht mit unserem Stil gebrochen, sondern ihn lediglich ausgeglichener gestaltet. Ich kann mit aber vorstellen, dass es nicht einfach ist, die Entwicklung einer jeden Band genauestens mit zu verfolgen. Manche Leute haben auch einfach das Talent, Dinge genau verkehrt herum zu interpretieren.“

Das ist genau wie mit Hustenbonbons: Die kann man auch schon mal in den falschen Hals bekommen. Und zu guter Letzt noch eine interessante These des Gitarristen: „Eigentlich kann jeder Mensch Songs komponieren. Ein guter Komponist ist aber derjenige, der gut zuhören und dann auswählen kann. Man muss die richtige Musik einfach im richtigen Moment erkennen und auswählen. Und um gewollte Feinheiten hören zu können, darf man den Sound nicht überladen. Daher auch die Art unserer Produktion.“

photocredit: By Maurice07 (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

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